Samenpflanzen sind für uns Menschen die wichtigsten Vertreter aus dem Reich der Pflanzen. Wie es schon die Bezeichnung „Samenpflanzen“ ausdrückt, sind diese Pflanzen in der Lage, im Gegensatz zu den Moosen, den Bärlappen, den Schachtelhalmen und den Farnen, Samen zu bilden. Die Samenpflanzen umfassen mit den Nacktsamern und den Bedecktsamern etwa 241.000 Arten – sie sind für uns Menschen deshalb essenziell, da fast alle Nutzpflanzen zu den Samenpflanzen gehören und so die Basis unseres Lebens darstellen.
Der Pflanzensamen ist nichts anderes als ein kleiner Keimling mit einer schützenden Samenschale. Dieser „Embryo“ ist meist noch in ein Nährgewebe eingebettet.
Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte konnten unter Anwendung verschiedener wissenschaftlicher Methoden faszinierende Entwicklungen zur Evolutionsgeschichte der Pflanzen erforscht und entdeckt werden. So weiß man heute, dass der „Landgang der Pflanzen“ bereits vor etwa 450 bis 400 Millionen Jahren erfolgte – am Übergang vom Ordovicium zum Silur. Die ersten Landpflanzen gehörten zur Verwandtschaftsgruppe der Moose, ihre Vorfahren waren die Grünalgen, und hier speziell die Armleuchteralgen. Zuerst besiedelten diese Urmoose nur wechselfeuchte Standorte im Bereich von Brack- und Süßwasser, später entwickelten sie viele Anpassungen an das Landklima, z. B. einen Verdunstungsschutz mit Hilfe von wachsartigen Schutzschichten auf der Blattoberfläche sowie Atemorgane in Form von Atemhöhlen und Spaltöffnungen.
Eine weitere bedeutende „Erfindung“ auf dem Weg zu erfolgreichen Landpflanzen war die Entwicklung von spezialisierten Leitgefäßen für den Wasser- und Nährstofftransport. Damit entstanden die „Gefäßpflanzen“. Eine der ersten von ihnen war die Verwandtschaft der Bärlappe, die sich im mittleren Devon, vor 380 Millionen Jahren, entwickelte. Den Bärlappen folgten im ausklingenden Devon die Schachtelhalme und die Echten Farne.
Vor 370 Jahrmillionen, am Beginn des Karbon-Zeitalters, entstand schließlich eine neue Verwandtschaftsgruppe von Pflanzen, die „Samenpflanzen“. Das gemeinsame Merkmal aller Samenpflanzen ist eben der „Samen“. Der Pflanzensamen ist nichts anderes als ein kleiner Keimling (Embryo) mit einer Samenschale als schützende Ummantelung. Meistens ist der Embryo noch in ein Nährgewebe eingebettet. Liegt dieser Samen nach der Reife unbedeckt auf Tragblättern, spricht man von den „Nacktsamern“, entstehen um den Samen zusätzliche Schutzhüllen, spricht man von den „Bedecktsamern“.
Neue Fortpflanzung
Gleichzeitig mit der Entwicklung des Samens gelang den Samenpflanzen eine weitere bedeutende Innovation: Ihr Fortpflanzungszyklus konnte sich, im Gegensatz zu den Moosen, Bärlappen und Farnen, von der Abhängigkeit des Wassers lösen. Für die Befruchtung der weiblichen Eizelle werden nicht mehr im Wasser schwimmende Spermatozoiden benötigt, sondern das Pollenkorn übernimmt diese Aufgabe. Dafür muss es bei der Bestäubung von den männlichen Staubbeuteln in die Nähe der weiblichen Eizelle gebracht werden. Nur bei einigen wenigen Nacktsamern, wie z. B. bei den entwicklungsgeschichtlich alten Palmfarnen und beim Ginkgo, entstehen aus dem Pollenkorn noch die mit einem Wimpernkranz versehenen Spermatozoiden. Diese schwimmen nach der Bestäubung und der Bildung eines Pollenschlauches die letzten Millimeter zur Eizelle und verschmelzen dann mit ihr. Bei den „modernen“ Samenpflanzen gelangt eine Spermazelle mit Hilfe des Pollenschlauches zur Eizelle und verschmilzt dann mit ihr. Aus dieser befruchteten Eizelle entsteht dann der Pflanzenembryo mit einer schützenden Schale – der Pflanzensamen.
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